Im Frühling

Im Frühling zeigt die Bourgogne ihre Farbenpracht

Von Dijon bis Nevers werden die Tage länger. Die Vögel erwachen, die Sonne küsst zärtlich die Hügel des Mâconnais und die Weinberge des Chablis. Das Granitmassiv des Morvan lüftet seine Winterdecke. Eine leichte Brise streift noch die Gesichter, aber ob man mit dem Fahrrad, dem Motorrad, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs ist, entlang der Flüsse und Kanäle Burgunds hat der Frühling Einzug gehalten.







Die Bourgogne und ihre Wasserwege

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf einer Decke, betrachten die erwachende Natur und Ihre Füße baumeln im Wasser (oder beinahe!). 1200 Kilometer Wasserwege: das ist erstaunlich. Ob der Erholung oder dem Herumtollen gewidmet, dieser Nachmittag in der Sonne wird auf jeden Fall entzückend und idyllisch. Trubel an der Schleuse von Anizy! Die Kinder sind ganz aufgeregt und beobachten aufmerksam ein Hausboot, das ruhig auf dem Wasserweg entlang gleitet. Die Schleusenmeisterin eilt geschäftig hin und her und nach wenigen Handgriffen setzt das Boot seinen Weg fort. Die Freizeitkapitäne winken ihr zu. Die Bourgogne, sie kennen sie in- und auswendig. In diesem Jahr fahren sie in Richtung des Canal du Nivernais. Die Funkmasten entlang des Radwanderweges weisen ihnen den Weg: Mit einem Klick ändern sie ihre Route nach Belieben! Sie finden sich am étang de Baye, ein, einem bewundernswerten ökologischen Lebensraum, und lassen sich das Sardy Tal mit seiner außergewöhnlichen Anzahl von 16 aufeinanderfolgenden Schleusen nicht entgehen; unter einer dichten Vegetation taucht plötzlich und unerwartet ein 760 m langer Tunnel auf: ein Boot mit Elektroantrieb ermöglicht einen Ausflug unter das prachtvolle Blätterdach. Schließlich werfen sie den Anker, um La Charité-sur-Loire mit dem E-bike zu erkunden: man kann sich nicht satt sehen an der Klosterkirche des Unesco Weltkulturerbes, den Anglern, die mit Beginn der Angelsaison an die Ufer der Loire strömen, um einen Fang zu machen, und an den Kajakfahrern, die sich auf dem letzten wilden Fluss Europas amüsieren. Der Mai ist der Monat des Festival du Mot : Künstler, Schriftsteller, Dichter und Kreative nehmen die Stadt in Besitz, um mit der französischen Sprache zu spielen. Für das nächste Jahr überlegen unsere von der Bourgogne begeisterten Hausbootbesitzer noch. Vielleicht führt sie eine Variante Ihres Weges dorthin, wo sie den Charme der Region genießen können… Von Nord nach Süd, von der Yonne zur Côte-D’Or, durch den Canal de Bourgogne ; oder ins Département Saône-et-Loire, durch den Canal du Centre, zwischen Chalon-sur-Saône, der Wiege der Fotografie, und nach Paray-le-Monial, Hochburg der Pilgerfahrten im Herzen des Charolais.

 

"1200 Kilometer Wasserwege: das ist erstaunlich!"

 


Streifzüge im Herzen der Städte

Im Licht der ersten Sonnenstrahlen erwachen die Städte der Bourgogne: die Parks füllen sich mit Menschen und die Springbrunnen werden zum Spielplatz für die Kinder. Keine Zeit zu verlieren: Dijon, die Hauptstadt der Region, wartet mit dem Palais des Ducs und dem Musée des Beaux-Arts. Was wäre Dijon ohne seine fast ausschließlich den Fußgängern gewidmete Innenstadt und seine Terrassen, die zum Genuss eines Glases Wein einladen? Ein Aufenthalt in der Stadt ohne auszugehen? Undenkbar! Sie haben die Wahl, die Programme des Auditoriums, des Grand Théâtre – besonders mit dem Theaterfestival im Mai – und des Zénith bestimmen den Rhythmus der Saison.
Die Weinliebhaber entscheiden sich für diese Hauptstadt des Weins: Beaune ! Kein Weg führt vorbei an einem Besuch der Hospices de Beaune und ihrem berühmten „Armensaal“, der komischerweise an die französische Filmkomödie „La Grande Vadrouille“ (Die Große Sause) erinnert. Im Frühling darf man das Festival international du film policier (Festival des Kriminalfilms) nicht verpassen.
Für all jene, die einen Aufenthalt ohne Wasser nicht in Betracht ziehen, gibt es zahlreiche burgundische Städte, die versteckt an den Ufern der Flüsse liegen. Man hat nur die Qual der Wahl: Kurs auf Norden, nach Auxerre oder Joigny an den Ufern der Yonne, Kurs auf Westen, nach Nevers an den Ufern der Loire oder Kurs auf Süden, in Richtung der Ufer der Saône, nach Mâcon, Chalon oder Tournus, der Stadt mit den vier Michelin-Sternen! Es ist die Gelegenheit, sich Eintrittskarten für die Francos Gourmandes zu besorgen: ein zweitägiges Musikfestival, inszeniert von den großen Küchenchefs.

 

Viel frische Luft im Morvan

Die Bourgogne setzt im Morvan auf 100 % Natur : Auf dem Rücken der Pferde durch die vier Départements – Nièvre, Saône et Loire, Yonne und Côte d’Or. Dieser regionale Naturpark mit seinen 3000 m² ist ein Paradies für Wanderer an den Ufern eines Sees oder in den Wäldern. Im Frühling zeigt das Herbularium de la Maison du Parc den Besuchern ein neues Gesicht: bemerkenswerte Arten erwachen und die Heil- und Nahrungspflanzen werden neu entdeckt. Eine artverwandte Sorte wird sogar zum Färben der Ostereier verwendet, die einige zweifellos gerne in Sully suchen werden: jedes Jahr am Osterwochenende verwandelt sich das Schloss in einen riesigen Kinderspielplatz.

 

… oder in den Weinbergen

Mit der Rückkehr des schönen Wetters nehmen die saisonalen Produkte Farbe an. Eine Runde auf dem Markt von Chagny und der Korb ist gut gefüllt! Das Picknick in den Maranges, einem Anbaugebiet im Süden der Côte de Beaune kündigt sich auf sympathische Weise an: Strohhut, karierte Decke, durchwachsener Speck, Ziegenkäse des Mâconnais und zu guter Letzt die ersten Aprikosen. Ein Genuss! Der Nachmittag empfiehlt sich für einen lehrreichen Abstecher nach Puligny-Montrachet, ins Paradies des Chardonnay. Die improvisierte Verkostung im Kellergewölbe eines Winzers, der den Cru anbaut, hinterlässt eine unauslöschliche Erinnerung.

 

Die Bourgogne auf zwei Rädern

Der Frühling ist auch die Zeit des großen Frühjahrsputzes: der Kessel für das Fondue Bourguignonne wird verstaut, das Fahrrad, das hinten in der Garage bereits Staub ansetzt, tritt wieder seinen Dienst an. Ziel: Entspannung! Die Treidelpfade entlang der Flüsse, weit entfernt von jeglichem Verkehr, bieten hierzu den richtigen Rahmen; die Fahrradwege und die „voies vertes“ der Tour de Bourgogne à Vélo® bieten abwechslungsreiches Vergnügen. Die Obstbäume entlang der Strecke stehen bereits in voller Blüte, andernorts werden erste Knospen bereits sichtbar, die Wiesen sind voll von Veilchen, Primeln und Osterglocken. Und das Feld mit den kleinen gelben Blumen, was ist das? Raps natürlich! Das Hauptfeld der Rad-Ausflügler verkündet einen Stopp: eine Pause ist von Nöten. Mittelalterliches Schloss, malerische Dörfer oder eine Verkostung lokaler Produkte? Machen Sie es wie die Hausbootbesitzer: Nehmen Sie sich Zeit! Und geniessen Sie das schöne Burgund …
Ende der Reise? Natürlich nicht! Zeit für das Motorrad im Auxois: von der Straße erblickt man die Festung von Châteauneuf, die stolz auf ihrem Hügel thront. Die Schmetterlinge tanzen umher und der Magen knurrt. Für die kleine Zwischenmahlzeit am Nachmittag gibt es nichts Besseres als eine Pause in Semur-en-Auxois: diese mittelalterliche Stadt wird in ganz Frankreich um die handwerkliche Keksfabrik beneidet. Scharen von Touristen begeben sich über die Landstraßen in die Region Charolais-Brionnais. Sorgfältig durch endlose Baumreihen eingegrenzte Wiesen und mehr als hundert romanische Kirchen gibt es hier zu entdecken! Nicht zu vergessen das in der ganzen Gegend gehütete Charolais-Rind.

Willkommen im Burgund...