Täler der Ouche und des Auxois

Start Dijon 412 km

Fahrspaß

Touristische Attraktivität

Reisekomfort



 

Reiseführer und Karte

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QUELLE: MOTORRADFÜHRER „ 90 VIREES A MOTO“, Frankreich 2011 –MICHELIN KARTEN UND REISEFÜHRER

Im Kernland Burgunds liegt nicht nur das geologische Quellgebiet der Seine, sondern auch der historische Ursprung Galliens. Die Heimat der Herzöge von Burgund ist auch eine in Spiritualität getränkte Region, Stammland zweier großer Klosterorden, eine äußerst fruchtbare und mit Kulturschätzen reich gesegnete Gegend und ein Aushängeschild für gutes Essen und hervorragenden Wein. Kurz: das ideale Reiseziele für Motorradfahrer.

Dijon > Châtillon-sur-Seine

Es ist kaum möglich, nicht für den kulturellen Reichtum der burgundischen Hauptstadt empfänglich zu sein und am regen Kulturleben in der lebendigen Universitätsstadt keinen Anteil zu nehmen. Wenn Sie einfach nur durch die schönsten Straßen von Dijon flanieren möchten, sollten Sie den Kultur-Rundgang Parcours de la Chouette (Pfeile auf dem Boden) absolvieren. Auch wenn Sie keinen ganzen Tag in der Stadt verbringen können, sollten Sie dennoch zwei Orte unbedingt besuchen: die Gräber der Herzöge von Burgund im Musée des Beaux-Arts und den Mosesbrunnen, ein klassisches Zeugnis gotischer Kunst, das heute im Park der psychiatrischen Klinik zu sehen ist, die seit 1843 den Platz des früheren Kartäuserklosters von Champmol einnimmt.

Von Dijon fahren Sie zunächst auf der N 5 auf die Autobahn A 38 zu. Im Vorort Talant verlassen Sie die N 5 kurz vor der Überquerung der Ouche und fahren geradeaus auf der D 10 weiter. Auf Höhe des Bahnhofs von Neuvon folgen Sie der D 10 nach rechts und nehmen Kurs auf die Autorennstrecke Dijon-Prenois, wo alljährlich im Mai das Motorradtreffen „Coupes Moto Légende“ stattfindet. Bei dieser Zusammenkunft fachsimpeln passionierte Fans und Sammler aus ganz Europa über ihre „Klassiker auf zwei Rädern“. Umfahren Sie danach das Waldgebiet des Forêt de Pasques, um auf ruhigen Landstraßen bis nach Messigny-et-Vantoux dem Lauf des Flüsschens Suzon zu folgen.

Fahren Sie weiter bis nach Saussy. Danach schließt sich eine schöne, 15 Kilometer lange und kurvenreiche Strecke bis nach Moloy an. Nun brauchen Sie nur noch der D 901 durch das ländliche Burgund zu folgen. Auf der Strecke liegt Aignay-le-Duc mit einer interessanten gotischen Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Im weiteren Verlauf treffen Sie auf die D 971, die Sie nach Châtillon-sur-Seine bringt. Bei einem Spaziergang durch die alten Viertel dieser reizenden Kleinstadt deutet nichts darauf hin, dass sie in ihren Mauern eine herausragende archäologische Entdeckung verbirgt. Die Rede ist vom Schatz von Vix. Er stammt aus dem Grab einer keltischen Prinzessin das unweit des Oppidums auf dem Mont Lassois entdeckt wurde. Wer den Schönheiten der Natur mehr abgewinnen kann, sollte besser im Winter hierher reisen und sich das beeindruckende Schauspiel an der Quelle der Douix nicht entgehen lassen. Dieser Nebenfluss der Seine führt besonders viel Wasser.

Châtillon-sur-Seine > Dijon

Von Châtillon-sur-Seine fahren Sie auf der schnurgeraden D 980 Richtung Montbard. In Coulmier-le-Sec biegen Sie nach links Richtung Villaines-en-Duesmois, dann nach rechts Richtung Touillon ab, um direkt auf die Abtei von Fontenay zuzusteuern. Die „zweite Tochter von Clairvaux“ liegt eingebettet in ein einsames Waldtal und stellt ein genaues und überwältigendes Abbild eines Zisterzienserklosters aus dem 12. Jahrhundert dar: ein ausgewogenes und harmonisches romanisches Gebäudeensemble im Schutze einer Ringmauer. 1981 wurde die Abtei von der UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen.

Die Fahrt geht weiter auf verschiedenen Landstraßen, die die zahlreichen Sehenswürdigkeiten zwischen Montbard und Dijon verbinden. Dazu gehört das gegenüber dem Dorf Bussy-le-Grand liegende Château de Bussy-Rabutin. Bei einer Besichtigung lernen Sie auch die unglaubliche Lebensgeschichte des Roger de Rabutin kennen. Der Comte de Bussy (1618-1693), diente als Offizier unter Louis XIV. und machte auch als unbequemer Freigeist und Literat auf sich aufmerksam, dessen scharfe, zügellose Zunge ihm sehr viel Ärger einbrachte. Beachten Sie das üppige Dekor der Räume, die außergewöhnliche Porträtgalerie und insbesondere den Salon der Tour Dorée und den Speisesaal (Cabinet des Devises) mit vielen anzüglichen Wahlsprüchen, bevor Sie sich der Le Nôtre zugeschriebenen Park- und Gartenanlage zuwenden.

Einen Steinwurf vom Schloss Bussy-Rabutin entfernt, auf dem Gebiet der Gemeinde Alise-Ste-Reine, liegt an den Hängen des Mont Auxois Alésia. Die heutige Grabungsstätte war in der Antike eine gallische Festung. Nach jahrzehntelangem Streit sind sich Historiker und Archäologen heute sicher, dass genau an diesem Ort 52 vor Christus die gallischen Truppen unter dem Oberkommando von Vercingetorix von den Armeen Julius Cäsars belagert wurden. Sie können die Ausgrabung der gallo-römischen Stadt besichtigen, die auf dem 100 Hektar großen Gelände des Oppidums errichtet wurde. Von der kolossalen Bronzestatue des Vercingetorix haben Sie freien Blick auf die Ebene von Laumes und auf die Orte, an denen die römische Armee bei der Belagerung von Alésia in Stellung ging. In etwas größerer

Entfernung, bei Flavigny-sur-Ozerain, befand sich Cäsars Hauptquartier. Das Dorfs selbst klammert sich an einen von drei Wasserläufen umflossenen Felskamm. Seine engen Gassen, die befestigten Tore und die Überreste einer Ringmauer künden von einer glorreichen Vergangenheit. Hier ist auch die Heimat der äußerst wohlschmeckenden runden Pastillen, deren Herzstück ein kleines Aniskorn ist. Seit dem 16. Jahrhundert werden sie in der Abtei von Flavigny hergestellt.

Über das Dorf Darcey geht die Fahrt weiter Richtung Frôlois. Auf ruhigen Straßen mit vielen Kehren machen Sie einen kleinen, angenehmen Umweg, der schließlich wieder nach Frôlois und zu dessen Schloss zurückführt. Auf der D 6 geht die Reise weiter Richtung Dijon. Hinter Chanceaux gelangen Sie auf der ersten nach rechts abzweigenden Straße zur Quelle der Seine. Das Quellgebiet liegt in einem engen, von Tannen umringten Tal. Das Wasser strömt aus einer künstlichen Grotte zu den Füßen der Seine-Nymphe hervor, bei der es sich um die Kopie einer den Strom verkörpernden Statue handelt. Ironischerweise gehört die Quelle seit 1864 der Stadt Paris. Begeben Sie sich zuerst zur Hauptquelle, und wandern Sie dann zur Nebenquelle Source de la Coquille (ca. 1 km), die in einem schönen eiszeitlichen Kar liegt. Von hier genießen Sie interessante Ausblicke in die Landschaft des Châtillonnais. Von St-Germain-Source-Seine verläuft die Strecke über Salmaise weiter nach Vitteaux. Auf der breiten D 905 nähern Sie sich Dijon, doch kurz hinter dem Autobahnkreuz bei Sombernon verengt sich die Straße und endet in Pont-de-Pany.

Überqueren Sie (zum dritten Mal) die A 38, und begleiten Sie auf der D 33 den Canal de Bourgogne, in den die Ouche mündet. Die parallel zum Kanal verlaufende Straße ist gut ausgebaut, lässt sich hervorragend befahren und führt mitten durchs Grüne. Nehmen Sie auf Radfahrer Rücksicht, die hier häufig unterwegs sind. Auf der gegenüberliegenden Kanalseite verläuft nämlich ein sehr schöner Radweg. Vor der Brücke kurz hinter Bussière-sur-Ouche schneidet er die Straße ein einziges Mal. Fahren Sie daher vorsichtig. Ab Pont-d'Ouche, wo sich Fluss und Kanal vereinen, gelangen Sie auf der links abzweigenden D 18 und dann auf der schmalen D 2 nach Savigny-les-Beaune, dessen Umland für seine vorzüglichen Weinlagen bekannt ist. An das imposante Schloss aus dem 13. Jahrhundert ist eine weitläufige Ausstellungsfläche angeschlossen, auf der Abarth-Rennwagen und fast 80 Kampfjets zu sehen sind. Auf der zweiten Etage des Schlosses sind – leider ohne Anmerkungen – über 250 Motorräder ausgestellt. Von den prestigeträchtigsten bis zu sehr kurzlebigen Marken gibt es hier alles zu sehen. Für die Fahrt nach Dijon können Sie unter verschiedenen Strecken wählen. Sie können sich für die Autobahn, die breite Landstraße (D 974) oder für die gemütlichere, Route über das Winzerdorf Gevrey-Chambertin entscheiden, das das Herz jedes Weinkenners höher schlagen lässt. Jetzt heißt es Koffer packen! Die Motorradtour ist zu Ende.


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