Natur im Süden des Morvan

Start Autun 223 km

Fahrspaß

Touristische Attraktivität

Reisekomfort



 

Reiseführer und Karte

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Karte (PDF - 494 Ko)





QUELLE: MOTORRADFÜHRER „ 90 VIREES A MOTO“, Frankreich 2011 –MICHELIN KARTEN UND REISEFÜHRER

Ausgedehnte Wälder, schroffe Felsabhänge und wilde Wasserläufe verleihen dem südlichen, höheren Teil des Morvan alle Attribute einer Mittelgebirgslandschaft. Auch raue Winter sind hier nicht selten. Seine höchste Erhebung ragt jedoch kaum 900 Meter empor. Abseits der Fernstraßen begeistert er Naturfreunde mit seiner dezenten Wildheit.

Autun > Autun

Ausgangspunkt dieser Rundfahrt ist das Tal des Arroux, dessen Landmarke der hoch aufragende Turm der Kathedrale von Autun ist. Die im ersten Jahrhundert vor Christus unter dem Namen Augustodunum gegründete Stadt war in gallo-römischer Zeit ein bedeutender Festungsort. Davon zeugen heute noch viele Überreste. Im Mittelalter entwickelte sie sich zu einem wichtigen religiösen Zentrum. Aus dieser religiösen Blütezeit stammen die Kollegiatskirche Notre-Dame, die Kathedrale St-Lazare, der südliche Teil der Stadtmauer und zahlreiche Stadtpalais. Im Grunde können Sie in Autun jederzeit einen Spaziergang mit der Besichtigung wertvoller Kulturgüter verbinden. Wenn Sie Lust haben, können Sie auch einen Blick ins ehemalige Stadtgefängnis werfen. Es ist ein schönes Beispiel für die panoptische Gefängnisarchitektur, bei der die Zelltrakte strahlenförmig von einem Beobachtungspunkt abgehen. Ein Besuch lohnt sich.

Verlassen Sie Autun Richtung Süden auf ein Hochplateau mit schönen Laubwäldern. Auf der D 256 fahren Sie bis nach Mesvres, die D 228 führt Sie dann bis nach Montcenis. Halten Sie unterwegs in Uchon an. Das hübsche kleine Dorf ist in eine Landschaft eingebettet, der die verstreut liegenden Granitfelsblöcke einen urtümlichen Charakter verleihen. Von der Orientierungstafel (Signal d'Uchon) können Sie die ganze Region überblicken.

In Montcenis biegen Sie links ab auf die N 80 Richtung Marmagne. Wenn Sie sich auch für Industriedenkmäler interessieren, sollten Sie nach Le Creusot hinunterfahren. Dazu biegen Sie rechts ab auf die D 28 Richtung Vaumartin. Die Höhenstraße windet sich serpentinenartig über dem Becken von Le Creusot. Von hier oben haben Sie eine wunderbare Aussicht auf die eindrucksvolle Industrie- und Bergbaulandschaft der Region. Die Bergarbeitersiedlung „La Combe des mineurs“ (im Norden der Stadt), die Museumseisenbahn „Train des Deux Vallées“ oder das Château de la Verrerie mit Park und Heimatmuseum zeugen auf vielfältige Weise von der Industriegeschichte der Gegend. Kehren Sie anschließend auf die N 80 zurück, fahren Sie weiter Richtung Marmagne und dann Richtung Autun bis zum Weiler Les Beaumes. Biegen Sie links in die Forststraße ein und kurz darauf rechts ab auf die D 287, die gleichzeitig der Fernwanderweg GR 137 ist. Auf dieser, nicht immer in gutem Zustand befindlichen Straße quer durch den Wald erreichen Sie schließlich wieder Autun.

Autun > Les Settons

Wenn Sie von Autun auf der D 980 nordwärts Richtung Avallon fahren, durchqueren Sie einen von Weideland und Wäldern dominierten Landstrich. Nach Lucenay-l'Évêque zeigt die Landschaft einen deutlich ausgeprägteren Mittelgebirgscharakter. Die Straße verläuft jedoch weiterhin durch das Tal des Ternin. In Saulieu sollten Feinschmecker auf jeden Fall eine Pause einlegen, denn die Stadt hat sich vor allem durch ihre ausgezeichnete Gastronomie einen Namen gemacht. Zwei Veranstaltungen könnten Ihre Wahl der Reisezeit beeinflussen: die zu Ehren des Charolais-Rinds veranstaltete Fête du Charolais im August und die Feinschmecker-Tage um Himmelfahrt.

Verlassen Sie Saulieu südwärts Richtung Alligny-en-Morvan. Biegen Sie hinter Moux-en-Morvan links ab auf die D 193, die nach Les Settons führt. Der Lac des Settons, an dem Sie vor Ihrer Ankunft im Ort entlangfahren, ruht in einem Postkartenidyll. Auf einem Wanderweg lässt sich der See in etwa vier Stunden umrunden. Sich in dieser Schatztruhe der Natur zwischen Tannen und Lärchen zu bewegen, um Vögel zu beobachten und die an feuchte Standorte angepasste Vegetation kennen zu lernen, ist für jeden Naturfreund ein besonderes Erlebnis. In der Haupturlaubszeit zieht der See besonders viele Besucher an.

Les Settons > Château-Chinon

Vom Naturparadies am Lac des Settons führt der Weg auf der D 520 und der D 37 Richtung Château-Chinon. Wegen des Rollsplitts sollten Sie hier besonders vorsichtig fahren. Hinter dem Weiler Planchot nimmt der Kurvenreichtum der Strecke stetig zu. Sie erreichen schließlich Château-Chinon, den Hauptort des Morvan. Seine Lage ist wirklich spektakulär. Auf ihrem Hügel thront die Stadt über der herrlichen Hügellandschaft, die Sie gerade durchquert haben. Bei einem Fußmarsch auf dem Rundweg „Circuit du Calvaire“ können Sie diesen Anblick noch ausgiebiger genießen. Château-Chinon war nacheinander der Standort eines keltischen Oppidums, eines römischen Lagers, eines Klosters und eines Feudalbaus, bis die Stadt zum Stammrevier eines berühmten Bürgermeisters und späteren Präsidenten der französischen Republik wurde. Die François Mitterrand bei Staatsbesuchen überreichten Gastgeschenke können Sie im Musée du Septennat bewundern, das in einem ehemaligen Klarissenkloster aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Wenn Ihnen ein längerer Museumsbesuch nicht zusagt, können Sie auch den Spazierweg zum Schloss hinaufsteigen oder durch die mittelalterlichen Gassen der Altstadt schlendern.

Château-Chinon > Autun

Den Rückweg nach Autun bestreiten Sie zuerst auf der D 978, danach auf der D 27, um dann drei Kilometer weiter links auf die D 157 Richtung St-Léger-de-Fougeret abzubiegen. Hier können Sie die Biker-Kluft ablegen, um einen Ausflug ganz anderer Art zu unternehmen – auf dem Rücken eines Esels. Ein ziemlich ruppiger und hoppelnder Ritt! Schließlich sind die Eselstoßdämpfer nicht so ausgereift wie die Ihres Motorrads. Immerhin kommen Sie auf den vielen Schotterwegen der Region nicht ins Rutschen! Weiter geht es auf der D 157 bis nach Onlay, wo Sie auf die D 18 treffen, auf die Sie nach links Richtung St-Léger-sous-Beuvray einbiegen. Einige Kilometer vor diesem Dorf biegen Sie links ab und fahren die schmale Straße hinauf, die auf dem Mont Beuvray (821 m) endet. Der Berggipfel gleicht einem Hochplateau, das sich vom Gebirgsmassiv des Hoch-Morvan abhebt. Im 2. Jahrhundert vor Christus gründete der mächtige keltische Stamm der Häduer hier seine Hauptstadt Bibracte. Heute befindet sich hier eine großflächige archäologische Ausgrabungsstätte, an der Sie die unterschiedlichsten Überreste bewundern können. Auch ein Besuch im Keltenmuseum lohnt sich. Von einem Platz des Oppidums Bibracte öffnet sich der Blick in die Ferne auf Autun, Uchon und den Mont-St-Vincent.

Nach dem Ausflug in die ehemalige Keltenstadt kehren Sie zur D 18 zurück und fahren über St-Léger-sous-Beuvray auf der D 179 durch den Wald von Glenne Richtung St-Honoré-les-Bains. Biegen Sie dann rechts auf die Forststraße Richtung Le Grand Mizieux ab, um wieder auf die D 978 und zurück nach Autun zu gelangen.


  Autun
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