Kanäle und Schlösser in Burgund

Start Cosne-Cours-sur-Loire 270 km

Fahrspaß

Touristische Attraktivität

Reisekomfort



 

Reiseführer und Karte

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QUELLE: MOTORRADFÜHRER „ 90 VIREES A MOTO“, Frankreich 2011 –MICHELIN KARTEN UND REISEFÜHRER

Mit Burgund verbindet ein jeder Geschichte, Lebensart, Wein und gutes Essen. Weit weniger bekannt ist, wie viel die Region in ihr reiches kulturelles Erbe investiert. Zwischen alten Schlössern und modernen Baustellen (die dennoch als „mittelalterlich“ einzustufen sind) und zwischen der wilden Loire und dem Canal du Nivernais bereisen Sie Burgund, wie es sich heute präsentiert!

Cosne-Cours-sur-Loire > Clamecy

Ausgangspunkt unserer burgundischen Rundreise ist Cosne-Cours-sur-Loire, das sowohl von Norden als auch von Süden auf der A 77 und der N 7 gut zu erreichen ist. Fahren Sie zuerst Richtung A 77 (Ausfahrt 23, Cosne-Sud), dann weiter auf der Straße nach Donzy und schließlich weiter nach Osten Richtung Varzy. Biegen Sie am Ortsausgang von Menou Richtung La Chapelle-St-André ab und genießen Sie die Fahrt auf der schmalen, etwas kurvigen Straße durch das Tal des Flüsschens Sauzay. Gleichermaßen empfehlen wir Ihnen, sich hinter Varzy nicht rechts Richtung Clamecy einzuordnen, sondern einen kleinen Umweg über Villiers-Le-Sec, die D 6 und die D 23 zu fahren. Sie folgen dem Lauf des Beuvron, der sich in Clamecy mit der Sauzay vereint, um kurz danach in die Yonne zu münden.

Auf einem Felsvorsprung über dem Zusammenfluss der beiden Wasserläufe thront Clamecy. Die ehemalige Drehscheibe für die Flößerei liegt am Knotenpunkt der Yonne-Seitentäler und ist das Bindeglied zwischen dem Morvan, dem Nivernais und Niederburgund. Die Altstadt mit ihren verwinkelten engen Gassen zeugt noch von der reichen und unverwechselbaren Geschichte der Stadt. Romain Rolland, der hier seine Kindheit verbrachte, bezeichnete Clamecy als „Stadt des schönen Lichts und der sanften Hügel“. Clamecy ist auch eines der kleinsten Bistümer Frankreichs. Gegründet wurde es auf Betreiben von Guillaume IV. Der Kreuzfahrer und Graf von Nevers überließ den Bischöfen von Bethlehem das in Clamecy befindliche Hôpital de Pantenor. Nach dem Zusammenbruch des Königreichs von Jerusalem 1225 fanden die Bischöfe von Bethlehem Zuflucht in Clamecy. Davon zeugt heute die sonderbare Kirche Notre-Dame-de-Bethléem, eine im orientalischen Stil errichtete Stahlbetonkonstruktion. Verlassen Sie Clamecy Richtung Auxerre.

Clamecy > Coulanges-la-Vineuse

Die Strecke folgt ab Coulanges-sur-Yonne in Richtung Châtel-Censoir so nah wie möglich dem Lauf der Yonne und dem Canal du Nivernais. Zunächst führt die schmale Straße am Château de Faulin vorbei (auf der rechten Seite, nicht zu besichtigen). Es ist ein wuchtiges Anwesen aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert. Etwas weiter können Sie von dem auf einer Anhöhe liegenden Ort Châtel-Censoir den romanischen Chor der aus dem 11. Jahrhundert stammenden Kollegiatskirche St-Potentien bewundern. Sie ist von hohen Mauern umgeben und nur über ein Ausfalltor zugänglich. Von der Terrasse bei der Kirche haben

Sie eine schöne Aussicht auf die Stadt. Zwei Flussbiegungen weiter ragen auf der rechten Seite die Felsen von Saussois empor. Diese veritablen Kalkwände haben Felsenkletterer zu ihrem Übungsgelände und Wanderfalken zu ihrem Nistplatz (zwischen April und Juni) erkoren. Nach zwei weiteren Biegungen taucht Mailly-le-Château vor Ihnen auf. Das ehemalige Wehrdorf wurde an einem Steilhang hoch über der Yonne errichtet. Von der schattigen Terrasse oberhalb der Wehrmauer genießen Sie einen herrlichen Ausblick auf die Gipfel des Morvan. Dorthin gelangen Sie, indem Sie die Yonne auf einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden zweibogigen Steinbrücke überqueren. Einer der Brückenpfeiler trägt zudem eine kleine Kapelle. Setzen Sie die Fahrt durch das tief eingeschnittene Tal bis nach Bazarnes fort. Die Straße steigt geradeaus an. Vom Gipfel des Hügels aus erblicken Sie auf der rechten Seite das Dorf Cravant, das am Zusammenfluss von Yonne und Cure liegt. Die Strecke führt weiter nach Vincelles, zweigt dann schräg nach Coulanges-la-Vineuse ab. Sie verlassen das Tal der Yonne und kehren zurück in die niederburgundische Ebene.

Coulanges-la-Vineuse > St-Fargeau

Der Name Coulanges-la-Vineuse spielt auf die Weinbautradition des Ortes an, die schon bei der Anfahrt auf das Dorf unverkennbar ist. Es thront hoch über den 135 ha großen Rebflächen. Von ihrer schönsten Seite zeigt sich die Gegend im April während der Kirschblüte. Im Hügelland entlang der Yonne wechseln sich nämlich Weinbauflächen und Streuobstwiesen ab. Anschließend geht es weiter über Courson-les-Carrières, Ouanne, Toucy und St-Sauveur-en-Puisaye bis zur mittelalterlichen Burgbaustelle Guédelon. Besonderes Fahrvergnügen bereitet der Abschnitt auf der D 955 zwischen Toucy und St-Sauveur. Unmittelbar nach St-Sauveur-en-Puisaye stand der kleine See Guédelon Pate für den Namen des Ortes, an dem ein verrücktes Projekt um gesetzt wird: der Bau einer Burg aus dem 13. Jahrhundert mit nichts außer den Bautechniken und Werkzeugen jener Epoche! Das Abenteuer begann 1997. Bis 2022 soll die Burg fertig gestellt sein. Hier gibt es in Zünften organisierte Handwerker – neben Korbmachern und Arbeitern im Steinbruch auch Fuhrleute, Zimmerleute, Töpfer, Schmiede und Waldroder. Moderne Baumaschinen sucht man vergebens. Stattdessen sind Ochsen- oder Pferdefuhrwerke zu sehen. Die Herolde der Baustelle beantworten bereitwillig Ihre Fragen und geben ihr Wissen gern an Sie weiter. Idealerweise nehmen Sie an einer der Besucherführungen teil, die ausgesprochen lebendig und lehrreich sind.

St-Fargeau > Gien

Biegen Sie beim Ausfahren aus der mittelalterlichen Baustelle rechts ab und bei der nächsten Gelegenheit noch einmal. Auf der schmalen Route du Bourbon fahren Sie am gleichnamigen See-Naturschutzgebiet entlang. Auf dieser bei Radfahrern beliebten Strecke ist Langsamfahren natürlich oberstes Gebot. Die Straße endet direkt in St-Fargeau, dessen Schloss dem Urheber des Projekts von Guédelon gehört. Hinter der mittelalterlichen Außenseite verbirgt dieses monumentale Bauwerk aus rötlichem Ziegelstein ein unerwartet elegantes Interieur. In den Räumen hat sich vor allem das Tonerlebnis-Museum mit seiner Sammlung ausgebreitet. Im Sommer können Sie dem historischen Schauspiel im Schloss von St-Fargeau beiwohnen oder dem Lehrbauernhof des Schlosses einen Besuch abstatten. Hier tummeln sich Esel, Kühe, Ziegen und Schafe. Weiter geht die Fahrt über Bléneau nach Briare. Nach mittelalterlichen Impressionen in Guédelon und Renaissance-Architektur in St-Fargeau vollziehen Sie an der Kanalbrücke von Briare einen weiteren Zeitsprung. Die Stadt nimmt eine Schlüsselposition an der Mündung des Verbindungskanals zwischen Seine und Loire ein. Ab 1604 wurde der Canal de Briare auf Initiative von Sully angelegt. Über drei Jahrhunderte später errichtete das von Gustave Eiffel gegründete Unternehmen den Rohbau eines Kunstwerks, dessen Stahlarchitektur und konzeptionelle Genialität Ihresgleichen suchen. Dank der 662 m langen und 11 m breiten Kanalbrücke kann der Seitenkanal der Loire den Strom überqueren und sich dann mit dem Canal de Briare vereinen. Briare ist auch für seine Porzellanknopfmanufaktur und seine Fußbodenmosaike aus Keramik bekannt, die in Frankreich die Bezeichnung „émaux de Briare“ tragen. Sogar ein Museum ist diesen Produkten gewidmet. Von Briare fahren Sie weiter nach Gien und überqueren die Loire

Gien > Cosne-Cours-sur-Loire

Es ist kaum bekannt, aber das Schloss von Gien mit seinen roten und schwarzen Ziegelsteinen und seinen Schieferdächern ist das älteste der Loire-Schlösser (kurz vor 1500 neu errichtet). Auch dank seiner Lage am Rand der waldreichen Sologne nimmt das Schloss eine herausragende Position unter den Schlössern ein. In seinen Gebäuden ist das internationale Jagdmuseum untergebracht. Von der Terrasse können Sie den Blick über die Loire und die Dächer der Stadt schweifen lassen, die Sie über die alte Brücke „Vieux Pont“ aus dem 18. Jahrhundert verlassen. Auf der Rückfahrt nach Cosne sollten Sie nicht das Château de St-Brisson-sur-Loire links liegen lassen. In den ehemaligen Wassergräben stehen Nachbildungen von mittelalterlichen Kriegsmaschinen, deren Funktion über Sommer jeden Sonntagabend demonstriert wird.


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